Wasserpflanze des Jahres

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2016

Der Flutende Wasserhahnenfuß ist Wasserpflanze des Jahres

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Wasserpflanze 2016

Flutender Wasserhahnenfuß

Wassernuss
(Trapa natans L.)

Wassernuss (Trapa natans)

Wassernuss (Trapa natans). (Quelle: Otto Wilhelm Thomé (1885). Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz. www.BioLib.de)

Die Wassernuss (Trapa natans) oder auch Wasserkastanie ist eine einjährige heimische Wasserpflanze, die bis zu 3 m lang werden kann und mit ihren Schwimmblättern große, flächendeckende Bestände, ähnlich der Seerose ausbilden kann. Ursprünglich ist sie in ganz Eurasien in sommerwarmen, nicht zu flachen Gewässern zu finden. Bereits in der Jungsteinzeit wurden ihre Nussartigen Früchte als Nahrungsmittel verwendet. Geschwässerverschmutzung und Entwässerung sind die Hauptgefährdung der Wassernuss die in den meisten Ländern als stark gefährdet gilt.













Beschreibung

Schwimmblattrosette der Wassernuss (Trapa natans). (Quelle: Heinz Huber/VDST)

Schwimmblattrosette der Wassernuss (Trapa natans). (Quelle: Heinz Huber/VDST)

Die Wassernuss gehört zu den richtigen Hydrophyten, d.h. zu den Wasserpflanzen die am Boden verankert sind und ganz oder teilweise im Wasser Photosynthese betreiben. Sie kann bis zu 3 m lang werden, der Stengel ist entweder flutend, aufrechtstehend im Wasser oder aber auch kriechend am Boden. Es bildet sich eine Schwimmblattrosette mit 5 bis 50 Blättern. Diese sind rhombisch (rautenförmig), bis zu 6 cm lang und an der Spitze gezähnt. Die Oberseite ist dunkelgrün, die Unterseite braun und dicht behaart. Die Blattstiele sind 1,5 cm dick und in der Mitte aufgebläht und luftgefüllt, dies ermöglicht den Auftrieb an die Wasseroberfläche und zum Licht. Die Wassernuss blüht weiß. Besonders auffällig sind die Samen, die mit 2 oder 4 Zacken und Hörnern verstehen sein können und holzig sind.



Lebensraum und Vorkommen

Flächendeckende Schwimmblattbestände in einem Klosterweiher  in Scheyern (Quelle: Heinz Huber/VDST)

Flächendeckende Schwimmblattbestände in einem Klosterweiher in Scheyern (Quelle: Heinz Huber/VDST)

Die Wassernuss ist zwar selten, aber wenn sie vorkommt dann in größeren Beständen. Sie ist sehr gesellig. Ansprüche an die Wasserqualität reichen von nährstoffarm bis –reich, die Gewässer sollten nicht zu flach sein und eher kalkarm. Sie wächst auch in leicht eutrophen (nährstoffreichen) Gewässern, aber geht bei stärkerer Verschmutzung rasch zurück. Die Vegetationsdauer sollte bei mindestens 160 Tagen mit Temperaturen über 10°C liegen. Die bevorzugte Wassertiefe ist 1 bis 2 m mit humosen Schlammböden. Schatten mag sie gar nicht.

Die Wassernuss ist von Eurasien bis Japan verbreiten und ist auch in Ostafrika zu finden. In Nordamerika und Australien wurde sie eingeschleppt und hat sich als Neophyt im Osten der USA und  Kanada eingebürgert. In Europa kommt sie in sommerwarmen Gebieten vor und ist von Zentralfrankreich bis Norddeutschland, Polen, Mittelrussland, aber auch Spanien, Mittelitalien, Griechenland und in der Türkei zu finden. Die Wassernuss ist eigentlich ein voreiszeitliches Relikt. Sie war damals, aber auch in den wärmeren zwischeneiszeitlichen und kurz nach der Eiszeit, weiter verbreitet und viel häufiger als heute.




Besonderheiten

Getrocknete Früchte der Wassernuss (Quelle: </em> <em>Jiri Bohdal/www.naturfoto-cz.de)

Getrocknete Früchte der Wassernuss (Quelle:  Jiri Bohdal/www.naturfoto-cz.de)

Durch die vegetative Vermehrung, d.h. Ausbildung von Tochterrosetten, kann sie große Schwimmblattbestände ausbilden, ähnlich der Seerosen oder Laichkrautarten. Selbst größere Wasserstandschwankungen und gelegentliches Trockenfallen übersteht sie gut. Die Nussartigen Früchte sind essbar und waren schon in der Jungsteinzeit ein wichtiges Nahrungsmittel. Allerdings muss die Frucht erhitzt werden um darin enthaltene Giftstoffe abzubauen. Die Verbreitung der Wassernuss erfolgt hauptsächlich durch Vögel, aber auch Säugetiere und Menschen.

Gefährdung

Die stärkste Bedrohung ist die Wasserverschmutzung und die Entwässerung, in den meisten Ländern, bis auf Frankreich), ist sie (stark) gefährdet. In Deutschland ist die Wassernuss auf der Roten Liste. Laut FloraWeb gibt es in den meisten Bundesländern nur noch ein bis zwei gesicherte Bestände in vielen keine mehr. Ursachen werden hierfür neben den oben genannten auch die Regulierung großer Flüsse und die ausbleibende Neubildung von Altwassern genannt.

Quellen

  • Käsermann, C. & D. M. Moser. 1999. EW Trapa natans L. – Wassernuss – Trapaceae. In: Merkblätter Artenschutz – Blütenpflanzen und Farne. Stand: Oktober 1999. 344 pp. Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft (BUWAL; neu BAFU), Reihe "Vollzug Umwelt". S. 272-273