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2016

Der Flutende Wasserhahnenfuß ist Wasserpflanze des Jahres

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Wasserpflanze 2016

Flutender Wasserhahnenfuß

Gemeines Seegras (Zostera marina L.)


Gewöhnliches Seegras (Zostera marina L.)
(Quelle: P. Jonas)

Es gibt ca. 60 Seegrasarten auf der ganzen Welt. Diese gehören alle zu vier Familien (Posidoniaceae, Zosteraceae, Hydrocharitaceae und Cymodoceaceae). Die meisten Arten leben unter Wasser, doch können einige Arten auch einige Zeit, z. B. während Ebbe, an der Luft überleben. Generell brauchen sie sehr viel Licht und kommen daher nicht in großen Tiefen vor.

Das Gewöhnliches Seegras (Zostera marina L.) ist eine immergrüne, ausdauernde Wasserpflanze, die untergetaucht in den Küstengewässern der Nord- und Ostsee, sowie des Altantiks, Mittelmeers, dem Schwarzen Meer und des Pazifiks vorkommt. Es ist die Blütenpflanze mit der größten Verbreitung in der nördlichen Hemisphäre.

Beschreibung

Zostera

Das Gewöhnliches Seegras (Zostera marina L.) und das nicht-heimische Japanische Seegras (Zostera japonica) können auch kürzere Perioden bei Ebbe überdauern
(Quelle: G. Fritz)

Seine Blätter haben eine Länge von 30 bis 150 cm und eine Breite von 0,3 bis 0,9 cm. Die Blätter sind grün bis bräunlich grün und haben drei bis sieben parallele Nerven. Die Blattform ist linear mit runder Blattspitze. Die Pflanze ist mit einem kriechenden Rhizom im Grund verankert.

Männliche und weibliche Blüten befinden sich wechselständig an der selben Pflanze; sie sind einhäusig, getrenntgeschlechtlich. Die Bestäubung erfolgt über Wasser mit Fadenpollen. Samen werden in großen Mengen produziert, oftmals mehrere tausend Samen pro Quadratmeter, und können auch über große Strecken verbreitet werden.

Neben der sexuelle gibt es auch die vegetative Fortpflanzung, indem immer wieder aus dem sich ausbreitenden Rhizom neue Blätter spriesen. Eine Seegraswiese kann eine genetisch identische, klonale Kolonie sein und es wurden nachgewiesen dass diese bis zu 3000 Jahre alt sein können.

Lebensraum und Verbeitung

Marschen

Einige Seegrasarten wachsen auch in den tieferen Marschen von Ästuaren, wie hier in der Coos Bay National Estuarine Research Reserve, OR, USA.
(Quelle: G. Fritz)

Das Gewöhnliches Seegras kommt an den Meeresküsten der Nordhalbkugel vor. Es bevorzugt kaltes, kühles und auch warmes Wasser, aber nicht tropisch warmes Wasser. In Deutschland findet man es in der Nord- und Ostsee.

Da Seegras gute Lichtverhältnisse braucht, kommt es nur in Tiefen von 10 bis 17 m vor.

Man findet es vor allem auf Kies-, Sand- oder Schlickböden. Es kommt auch in Brackwassergebieten vor und kann somit in den tieferen Marschen in Ästuaren auch bei Ebbe frei liegen.

Ökologie

Seehase

Dreispitzige Meerassel

Grasnadel

Seegras als Lebensraum für viele Organismen: der Seehase (Cyclopterus lumpus), die Dreispitzige Meerassel (Idotea baltica) und die Grasnadel (Syngnathus typhle) (Quelle: P. Jonas)

Seegraswiesen gehören mit zu den wichtigsten aquatischen Lebensrämen da sie durch ihre Rhizombildung und Ausbreitung ihren Lebensräme formen und für andere Organsimen von ökologisch großer Bedeutung sind.

Seegraswiesen sind wichtige Laichgründe auch für kommerziell wichtige Fische wie der Pazifische Hering (Clupea pallasii), sie bieten Schutz für Jungsfische, wie z. B. den Kabeljau oder Dorsch. Da Seegras selbst auf weichem Untergrund wie Schlick vorkommt, bietet es eine festen Grund für Organismen die auch Schlamm nicht wachsen können wie die Miesmuschel (Mytilus edulis).

Bei näherer Betrachtung wird man sehen dass vor allem ätere Pflanzen eine große Vielfalt an epiphytisch lebenden Algen aufweisen, so dass Seegras in sich schon ein Ökosystem darstellt.

Viele Tiere nützen Seegras als Lebensraum doch nur wenige ernähren sich davon. Zu denjenigen gehören Isopoden, Seeigel und einige wenige Fische, und die Ringelgans.

Wenn Seegras stirbt oder abgerissen wird, entsteht in den am Strand angeschwemmten Pflanzen ein ganz neues Ökosystem da sich hier viele Insekten und andere Wirbelose einfinden um in und von den sterbenden Pflanzenteilen zu leben.

Gefährdung

Kartierung

Seegraswiesen in Humboldt Bay, CA, werden kartiert um die Bestände und das Ausmaß des Schleimpilzbefalls zu erfassen (Quelle: G. Fritz).

Seegrasbestand

Ein gesunder Seegrasbestand (Quelle. P. Jonas).

Seegraswiesen stehen weltweit unter Schutz da ihre Bestände start gefährdet sind. Menschliche Einflüsse, z. B. Dredgen und Trawlen, haben viele Bestände mechanisch zerstört da dabei die Pflanzen entwurzelt werden. Zumdem wird dadurch Sediment aufgewirbelt, das Wasser wird trüber und die Pflanzen erhalten nicht genügend Licht. Küstennahe Aquakulturen und Bebauungen gefährden die Pflanzenkolonien. Seegraswiesen werden weltweit von dem Schleimpilz Labyrinthula zosterae bedroht. Im Jahre 1932 gingen große Bestände an der atlantischen Küsten Amerikas und Europas an dem Schleimpilz zugrunde. Einen Befall kann man daran erkennen, dass die Blätter braune Flecken bekommen, die dann mit der Zeit zu schwarzen Streifen werden. Im Inneren werden die Pflanzenzellen enzymatische abgebaut und zerstört. Die Zerstörung der Seegraswiesen hat einen großen ökologischen Effekt. Die Primärproduktion geht drastisch zurück und notweniger Lebensraum und Nahrungsgrundlagen gehen zugrunde. So konnte man z. B. in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts einen dramatischen Rückgang der Ringelgansbestände beobachten, der u.a. auf den Befall der Seegraswiesen mit dem Schleimpilz zurück zu führen sind.