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2017

Die Weiße Seerose (Nymphaea alba) ist Wasserpflanze des Jahres 2017

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Wasserpflanze 2017

Weiße Seerose

Weiße Seerose (Nymphaea alba)



Weiße Seerose (Nymphaea alba) (Quelle: Giese)

Die Weiße Seerose ist, mit Ausnahme des hohen Nordens, in ganz Europa verbreitet. Sie ist an nährstoffreiche, stehende und schwach fließende Gewässer angepasst. Die Wurzeln sind in humus- und nährstoffreichem Schlamm verankert. Die bevorzugte Wassertiefe beträgt rund ein bis eineinhalb Meter, die Blattstängel können bis 3 Meter lang werden und damit hält sie in Europa den Rekord der längsten Blattstiele.

Um Schwankungen des Wasserspiegels auszugleichen sind die Blatt- und Blütenstiele elastisch. Als Besonderheit haben sie ein Durchlüftungsgewebe, das ist eine Anpassung an die oftmals vorherrschende Sauerstoffarmut des schlammigen Gewässergrundes und dient gleichzeitig auch für Auftrieb der Schwimmblätter. Im Gegensatz zu vielen anderen Pflanzen befinden sich die Spaltöffnungen zur Atmung an der Blattoberfläche und eine wasserabstoßende Wachsschicht sorgt dafür, dass Regentropfen schnell vom Blatt ins Gewässer rutschen. Die dunkelgrünen, herzförmig eingeschnittenen Schwimmblätter können eine Größe von bis 30 cm im Durchmesser erreichen. Die charakteristischen weißen Blüten sind bis zu 15 cm im Durchmesser groß und lassen sich an warmen Standorten bereits im Mai bis in den September hinein bewundern. Abends und bei Regenwetter schließen sich die Blüten, tagsüber werden sie von vielen Insekten, vor allem Hummeln und Fliegen besucht. Im Spätsommer wachsen dann kleine schwimmfähige Sammelfrüchte heran, die sich nach und nach von der Pflanze lösen. So können die Samen dann durch Wasserbewegungen und Tiere wie Wasservögel verbreitet werden.

Mythen und Sagen

Seerose unter Wasser

Seerose unter Wasser (Quelle: Conrad)

Der wissenschaftliche Name Nymphaea alba lässt sich auf Nymphen, weibliche Naturgeister aus der griechischen und römischen Mythologie, zurückführen. Der Sage nach verliebte sich eine solche Nymphe, doch ihre Liebe wurde nicht erwidert. So starb sie an gebrochenem Herzen. Die Götter hatten Mitleid und ließen sie als Seerose wieder auferstehen. Auch in Deutschland rangen sich viele Mythen um die Schwimmblattpflanze. So heißt es, dass wer versucht sie zu pflücken von Nixen in die Tiefe herabgezogen wird und ertrinkt. Tatsächlich gibt es auch immer wieder Unfälle, bei dem sich Badende in den langen und festen Blattstengel verfangen haben. Alle Teile der Seerose sind giftig und früher wurde sie in der Pflanzenheilkunde verwendet. Im Mittelalter galt die Weiße Seerose als Symbol der Keuschheit. Mönche und Nonnen nutzten den Pflanzensaft um ihren Sexualtrieb zu dämpfen und daher wird sie in alten Quellen auch als Vernichter der Liebe beschrieben.

Gefährdung

Blätter

Blätter der Seerose (Quelle: Conrad)

Mit der Wahl der Weiße Seerose zur Wasserpflanze des Jahres möchten die Verbände auf die Gefährdung des Flachwasserbreiches aufmerksam machen. Dieser ist ein wichtiger Lebensraum für viele Wassertiere und -pflanzen.








Text von R. Schill und N. Schwagerus